Module Master Informatik
PO2027
Dieser Studiengang umfasst 19 Module. Sie sind nach Bereichen gegliedert; die Reihenfolge folgt dem Studienverlauf.
Kernmodule
Die Kernmodule bilden das fachliche Fundament des Masterstudiengangs Informatik. Sie vertiefen zentrale Konzepte, Methoden und Technologien der Informatik und eröffnen zugleich Spezialisierungsmöglichkeiten in Algorithmen, Software Engineering, sicheren Anwendungssystemen, daten- und KI-basierten Systemen, High Performance Computing, eingebetteten Systemen und Assistenzsystemen.
Zusammenfassung der Lernziele / Kompetenzen
WAS: Die Studierenden können nach Abschluss der Kernmodule fortgeschrittene informatische Konzepte, Methoden und Werkzeuge auf komplexe Problemstellungen anwenden, geeignete Lösungsansätze auswählen, technische Entscheidungen begründen und Ergebnisse kritisch bewerten. Sie entwickeln dabei Kompetenzen in algorithmischem Denken, daten- und KI-orientierter Systementwicklung, sicherer Softwarearchitektur, Systemintegration, wissenschaftlicher Einordnung und fachlicher Kommunikation.
WOMIT: Die Studierenden erreichen dieses Lernergebnis, indem sie im Modulbereich
- effiziente Algorithmen, Datenstrukturen und statistische Verfahren analysieren, implementieren und bewerten,
- sichere, datenintensive, KI-basierte, sprachbasierte und visuelle Anwendungssysteme entwerfen und prototypisch umsetzen,
- verteilte, parallele, eingebettete und assistive Systeme hinsichtlich Architektur, Qualität, Sicherheit und Einsatzbedingungen untersuchen,
- fortgeschrittene Software-Engineering-Methoden, Architekturkonzepte, Testverfahren und KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge reflektiert einsetzen,
- aktuelle wissenschaftliche und technische Entwicklungen erschließen, auf konkrete Aufgabenstellungen übertragen und nachvollziehbar dokumentieren.
WOZU: Damit sie anspruchsvolle Entwicklungs-, Analyse-, Forschungs- und Bewertungsaufgaben in der Informatik fachlich fundiert bearbeiten können. Der Modulbereich verbindet theoretische Vertiefung mit anwendungsnaher Systemgestaltung und bereitet auf Softwareentwicklungsprojekt, Forschungs- und Entwicklungsprojekt, Masterarbeit sowie anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten vor.
MIN112: Statistical Learning
MIN113: Entwurf sicherer Anwendungssysteme
MIN114: Architektur und Engineering moderner KI-Systeme
MIN115: Sprachbasierte Systeme
MIN116: Computer Vision
MIN117: High Performance Computing
MIN118: Architektur eingebetteter Systeme
MIN119: Fortgeschrittene Assistenzsysteme
MIN120: Fortgeschrittenes Software Engineering
MIN121: Fortgeschrittenes Deep Learning
MIN122: Fortgeschrittenes Data Engineering
Anwendungs- und Kontextbereich
Der Anwendungs- und Kontextbereich ergänzt die fachlichen Informatikmodule um anwendungsbezogene und außerfachliche Perspektiven. Das Modul dient als flexibler Platzhalter für anerkannte oder besonders ausgewiesene Lehrangebote aus Anwendungsgebieten der Informatik sowie aus gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, organisatorischen, rechtlichen, ethischen, ökologischen oder kommunikativen Kontexten.
Zusammenfassung der Lernziele / Kompetenzen
WAS: Die Studierenden können nach Abschluss des Bereichs ausgewählte anwendungsbezogene oder kontextbezogene Fragestellungen fachlich fundiert bearbeiten und die dabei erworbenen Kompetenzen in Bezug auf informatische Tätigkeitsfelder, technische Entwicklungen und ihr individuelles Studienprofil einordnen.
WOMIT: Die Studierenden erreichen dieses Lernergebnis, indem sie im Modulbereich
- fachliche Inhalte aus einem anerkannten oder besonders ausgewiesenen Anwendungs- oder Kontextangebot erschließen,
- gesellschaftliche, wirtschaftliche, organisatorische, rechtliche, ethische, ökologische oder kommunikative Perspektiven auf technische Entwicklungen nachvollziehen,
- Aufgabenstellungen, Positionen, Lösungswege und Ergebnisse nachvollziehbar darstellen,
- die erworbenen Kompetenzen in Bezug auf das eigene Studium, informatische Berufsfelder und verantwortliche Technikgestaltung reflektieren.
WOZU: Damit sie ihr Informatikstudium durch passende Anwendungs- und Kontextangebote sinnvoll ergänzen und technische Entscheidungen in größeren anwendungsbezogenen, gesellschaftlichen, rechtlichen oder ethischen Zusammenhängen beurteilen können. Der Bereich schafft Flexibilität für externe, internationale oder wechselnde Angebote.
Softwareentwicklungsprojekt
Das Softwareentwicklungsprojekt ist ein zentraler projektorientierter Studienbereich im Master Informatik. Es vermittelt fortgeschrittene Kompetenzen in der professionellen, arbeitsteiligen und wirtschaftlich verantworteten Entwicklung langlebiger Softwareprodukte.
Die Studierenden durchlaufen drei aufeinanderfolgende Module mit jeweils 5 ECTS. Sie arbeiten semesterübergreifend im gemeinsamen organisatorischen Rahmen eines fiktiven Softwareentwicklungsunternehmens, übernehmen jedoch abhängig von ihrem Studienfortschritt unterschiedliche Rollen, Aufgaben und Verantwortung. Dabei können sie an demselben Produkt oder an unterschiedlichen Produkten eines gemeinsamen Portfolios arbeiten.
Die methodische Rahmung ist die eines Planspiels, in dem technische, organisatorische und wirtschaftliche Prozesse professioneller Softwareentwicklung nachgebildet werden. Die Softwareentwicklung selbst erfolgt an lauffähigen Produkten, die von den Studierenden analysiert, verändert, getestet, dokumentiert, integriert und weiterentwickelt werden. Auf diese Weise werden typische Situationen realer Entwicklungsorganisationen erfahrbar, darunter Einarbeitung und Onboarding, arbeitsteilige Umsetzung, Qualitätssicherung, technische Koordination, Release und Betrieb, Integration fremder Beiträge sowie Übergabe und Wissenssicherung.
Die Studierenden übernehmen mit zunehmendem Studienfortschritt Rollen wie Junior oder Senior Developer, Feature-Verantwortliche, Technical Lead, Product Owner oder Teilprojektleitung. Sie bearbeiten Anforderungen und Aufträge, planen Aufgaben und Releases, treffen technische Entscheidungen und stimmen sich mit weiteren Projektbeteiligten ab. Dabei berücksichtigen sie begrenzte Zeit-, Budget- und Ressourcenvorgaben sowie die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf Qualität, Wartbarkeit, Betrieb und Lebenszykluskosten.
Die technische, organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung steigt über die drei Module systematisch an:
Softwareentwicklungsprojekt 1: Systemverständnis und produktive Mitarbeit
Die Studierenden erschließen sich ein bestehendes, langlebiges und gewachsenes Softwareprodukt. Sie analysieren Produktvision, fachliche Domäne, Architektur, Codebasis und Entwicklungsprozesse, arbeiten sich in die Projektorganisation ein und leisten erste abgegrenzte, qualitätsgesicherte Beiträge. Dabei ordnen sie ihre Aufgaben in den betrieblichen Zweck des Produkts ein und schätzen den Aufwand ihrer eigenen Tätigkeiten.
Softwareentwicklungsprojekt 2: Umsetzung und Qualität
Die Studierenden übernehmen größere, nicht vollständig vorstrukturierte Umsetzungspakete in einem bestehenden Produktkontext. Sie planen Arbeitspakete und Ressourcen, entwickeln tragfähige Lösungsansätze und setzen Features, Schnittstellen oder technische Verbesserungen qualitätsgesichert um. Technische Alternativen bewerten sie auch hinsichtlich Aufwand, Risiken, Betriebsfolgen, Wartbarkeit und Lebenszykluskosten. Ergänzend übernehmen sie zeitweise die fachliche Koordination kleinerer Arbeitsgruppen.
Softwareentwicklungsprojekt 3: Technische und wirtschaftliche Teilprojektleitung
Die Studierenden koordinieren abgegrenzte Produkt- oder Teilprojektbereiche. Sie priorisieren Anforderungen, planen Roadmaps, Releases, Kapazitäten und Ressourceneinsatz, bereiten technische und wirtschaftliche Entscheidungen vor und koordinieren Beiträge weiterer Projektbeteiligter. Dazu gehören Kunden- und Anforderungsabstimmung, Reviews und Abnahmen, Onboarding, Übergabe und Wissenssicherung sowie die Steuerung von Risiken, Abhängigkeiten und Planabweichungen. Wirtschaftliche Aufgaben umfassen insbesondere Aufwandsschätzung, Angebotskalkulation und -bewertung, Kosten- und Terminprognosen, Make-or-Buy- und Beschaffungsentscheidungen sowie die Bewertung von Wertbeitrag und Lebenszykluskosten.
Nach Abschluss der Modulfolge sind die Studierenden in der Lage, über einzelne Entwicklungsaufgaben hinaus Verantwortung für größere Softwareprodukte und arbeitsteilige Entwicklungsprozesse zu übernehmen. Sie können bestehende Produkte erschließen, größere Teilaufgaben eigenständig und qualitätsgesichert umsetzen sowie abgegrenzte Produktbereiche technisch, organisatorisch und wirtschaftlich koordinieren.
Das Softwareentwicklungsprojekt ergänzt die fachlichen Kernmodule und ist vom Forschungs- und Entwicklungsprojekt abgegrenzt. Während dort wissenschaftliche Fragestellungen, Forschungsmethoden und Evaluation im Mittelpunkt stehen, fokussiert das Softwareentwicklungsprojekt die professionelle und nachhaltige Weiterentwicklung langlebiger Softwareprodukte.
Zusammenfassung der Lernziele / Kompetenzen
WAS: Die Studierenden können nach Abschluss des Softwareentwicklungsprojekts bestehende Softwareprodukte systematisch erschließen, größere Entwicklungsaufgaben qualitätsgesichert umsetzen und abgegrenzte Produkt- oder Teilprojektbereiche technisch, organisatorisch und wirtschaftlich koordinieren. Sie entwickeln dabei Kompetenzen in Systemverständnis, Softwarearchitektur, Qualitätssicherung, Teamarbeit, Projektsteuerung, Dokumentation und wirtschaftlicher Bewertung technischer Entscheidungen.
WOMIT: Die Studierenden erreichen dieses Lernergebnis, indem sie im Modulbereich
- Produktvision, fachliche Domäne, Architektur, Codebasis und Entwicklungsprozesse bestehender Systeme analysieren,
- Anforderungen, Tickets, Epics und Arbeitspakete konkretisieren, schätzen, planen und umsetzen,
- Features, Schnittstellen oder technische Verbesserungen implementieren, testen, reviewen und integrieren,
- Entwicklungsprozesse, Reviews, Iterationen, Dokumentation, Deployment- und Betriebsaspekte praktisch anwenden,
- technische Alternativen hinsichtlich Qualität, Aufwand, Risiken, Wartbarkeit, Betriebsfolgen und Lebenszykluskosten bewerten,
- schrittweise mehr Verantwortung für Koordination, Priorisierung, Übergabe und wirtschaftliche Entscheidungen übernehmen.
WOZU: Damit sie professionelle Softwareentwicklung nicht nur als Implementierungsaufgabe verstehen, sondern als nachhaltige Weiterentwicklung komplexer Produkte in arbeitsteiligen Organisationen. Der Modulbereich bereitet auf verantwortliche Rollen in Softwareentwicklung, Architektur, technischer Koordination, Produktentwicklung und Projektleitung vor.
Forschungs- und Entwicklungsprojekt
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt führt die Studierenden an offene, anwendungsorientierte und wissenschaftsnahe Fragestellungen der Informatik heran. Im Mittelpunkt stehen die eigenständige Eingrenzung einer Fragestellung, die Auswahl geeigneter Methoden, die Entwicklung oder Evaluation technischer Artefakte und die nachvollziehbare Darstellung der Ergebnisse.
Zusammenfassung der Lernziele / Kompetenzen
WAS: Die Studierenden können nach Abschluss des Forschungs- und Entwicklungsprojekts eine aktuelle informatische Forschungs- oder Entwicklungsfrage formulieren, methodisch bearbeiten, Ergebnisse evaluieren und fachlich begründet einordnen. Sie entwickeln dabei Kompetenzen in wissenschaftlicher Recherche, methodischer Planung, Prototyping, Evaluation, kritischer Reflexion, Dokumentation und Präsentation.
WOMIT: Die Studierenden erreichen dieses Lernergebnis, indem sie im Modulbereich
- sich in den Stand der Technik beziehungsweise Forschung eines Themengebiets einarbeiten,
- aus offenen Problemstellungen bearbeitbare Forschungs- oder Entwicklungsfragen ableiten,
- geeignete wissenschaftliche, technische oder empirische Methoden auswählen und begründen,
- prototypische Lösungen, Modelle, Verfahren, Experimente oder Studien entwickeln beziehungsweise anwenden,
- Ergebnisse anhand geeigneter Kriterien auswerten und kritisch reflektieren,
- ihre Arbeit in wissenschaftsnahen Formaten dokumentieren, präsentieren und diskutieren.
WOZU: Damit sie komplexe und offene Aufgabenstellungen in Forschung, Entwicklung und anspruchsvoller Berufspraxis strukturiert bearbeiten können. Der Modulbereich bereitet unmittelbar auf die Masterarbeit vor und stärkt die Fähigkeit, technische Arbeit methodisch nachvollziehbar und fachlich belastbar zu begründen.
Abschluss
Der Abschlussbereich bündelt die im Masterstudium erworbenen fachlichen, methodischen und überfachlichen Kompetenzen in einer eigenständigen wissenschaftlichen oder wissenschaftlich fundierten anwendungsorientierten Arbeit. Die Masterarbeit mit Kolloquium zeigt, dass die Studierenden eine anspruchsvolle informatische Fragestellung selbstständig bearbeiten, dokumentieren und fachlich vertreten können.
Zusammenfassung der Lernziele / Kompetenzen
WAS: Die Studierenden können nach Abschluss des Bereichs eine komplexe informatische Forschungs-, Entwicklungs- oder Evaluationsfrage eigenständig bearbeiten, den Stand von Wissenschaft und Technik einordnen, ein geeignetes Vorgehen entwickeln, Ergebnisse kritisch reflektieren und im Kolloquium fachlich verteidigen.
WOMIT: Die Studierenden erreichen dieses Lernergebnis, indem sie im Abschlussbereich
- eine anspruchsvolle Problemstellung analysieren, eingrenzen und in eine bearbeitbare Fragestellung überführen,
- relevante wissenschaftliche und technische Quellen recherchieren, strukturieren und bewerten,
- geeignete Methoden, Modelle, Verfahren oder Werkzeuge auswählen, anwenden und begründen,
- Ergebnisse systematisch auswerten und ihren eigenständigen Beitrag herausarbeiten,
- Grenzen, Validität, Unsicherheiten und relevante gesellschaftliche, ethische, rechtliche oder sicherheitsbezogene Aspekte reflektieren,
- Vorgehen und Ergebnisse schriftlich dokumentieren, präsentieren und in einer fachlichen Diskussion verteidigen.
WOZU: Damit sie zeigen, dass sie komplexe informatische Aufgaben auf Masterniveau selbstständig, methodisch fundiert und verantwortlich bearbeiten können. Der Abschluss bereitet auf anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten, forschungsnahe Entwicklung und gegebenenfalls wissenschaftliche Weiterqualifikation vor.