Studiengangskonzept
Bachelor Informatik
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Der Bachelorstudiengang Informatik umfasst 180 ECTS und wird in verschiedenen Studienvarianten angeboten. Neben der klassischen Vollzeitvariante mit einem Studienumfang von 30 ECTS pro Semester gibt es eine Teilzeitvariante mit reduzierter Arbeitsbelastung von 20 ECTS pro Semester und einer entsprechend verlängerten Regelstudienzeit von neun Semestern. Dadurch wird insbesondere Studierenden mit paralleler Ausbildung oder Berufstätigkeit ein planbarer und studierbarer Verlauf ermöglicht. Der Studiengang knüpft damit an die lange Tradition kooperativer Hochschulausbildung an, deren Organisationsform auch als Krefelder Modell bekannt ist.
Das strukturelle Grundkonzept des Studiengangs gliedert das Studium in mehrere Studienphasen. Zu Beginn durchlaufen die Studierenden die Studienphase A, die in die Informatik einführt und grundlegende Kompetenzen in Programmierung, Mathematik, Systemtechnik, Datennetzen, IT-Sicherheit und projektbasiertem Arbeiten aufbaut. Daran schließt sich der fachliche Kern des Studiengangs an: drei Pflicht-Modulbereiche in Form von Lernpfaden sowie ein Wahlpflichtbereich zur individuellen fachlichen Profilbildung. Das Studium schließt mit einem anwendungsbezogenen Projekt, der Praxisphase und der Bachelorarbeit ab; zugleich können Studierende ihr Studium in dieser finalen Phase durch einen Auslandsaufenthalt gezielt international ausrichten.
Die Neukonzeption des Studiengangs erfolgt im Kontext des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre bis mindestens Ende 2029 geförderten Projekts Dein Weg - Lernhindernisse überwinden in der Förderlinie Lehrarchitektur. Ziel des Projekts ist es, die Studienbedingungen in den Technikwissenschaften durch didaktische und strukturelle Maßnahmen systematisch zu verbessern. Gerade Grundlagen- und Bezugsfächer werden von Studierenden häufig als Hürde erlebt und können zu Verzögerungen oder Studienabbrüchen beitragen. Die Studiengangsentwicklung zielt daher darauf ab, Inhalte aus Grundlagen- und Bezugsfächern stärker mit den Kernfächern zu verknüpfen und eine rein disziplinorientierte Abfolge zugunsten eines kohärenteren Kompetenzaufbaus weiterzuentwickeln.
Flankierend dazu werden projektorientierte Lehr- und Lernformate durchgängig im Studienverlauf verankert. Studierende sollen von Beginn an disziplinübergreifend arbeiten und Zukunftskompetenzen wie Teamarbeit, Problemlösen, Kommunikation und Projektorganisation erwerben. Darüber hinaus soll die zeitliche Struktur von Lehrveranstaltungen stärker an den Lernbedarfen der Studierenden ausgerichtet werden, um Alternativen zu historisch gewachsenen, stark fragmentierten Lehrformaten zu etablieren.
Einführung und Grundlagen (Studienphase A)
Im Zentrum der Studienphase A stehen Lehrangebote, die einerseits Informatik-Basiskenntnisse in Programmierung, Rechnerarchitektur, Rechnernetzen, Systemsoftware und IT-Sicherheit vermitteln und andererseits die Grundlage für projektbasiertes Arbeiten im weiteren Studienverlauf legen. Die Module Hello World 1 und Hello World 2 unterstützen dabei den Einstieg in informatische Arbeitsweisen, technische Selbstwirksamkeit, Teamarbeit, Dokumentation und Präsentation. Ergänzend werden mathematische Kompetenzen aufgebaut, die für das Informatikstudium wesentlich sind.
Alle Lehrveranstaltungen dieser Studienphase werden in jedem Semester angeboten. Dadurch wird ein Studienstart sowohl im Winter- als auch im Sommersemester ermöglicht. Zugleich unterstützt die doppelte Angebotsstruktur Studierende bei einem verzögerten oder erschwerten Studienbeginn, etwa bei später Einschreibung oder Herausforderungen beim Übergang von Schule zu Hochschule, weil ein Neustart bereits im folgenden Semester möglich ist. Die Lehrveranstaltungen können dadurch konsequent auf Studienanfänger:innen zugeschnitten werden. Neben der fachlichen Einführung wird die Enkulturation, also das Ankommen in Fachkultur, Arbeitsweisen und Studienorganisation, als explizites Element der Studienphase A verankert.
Lernpfade (Studienphase B)
Die Studienphase B bildet den fachlich-inhaltlichen Kern des Studiums. Sie umfasst die Pflichtmodule, die in thematisch abgegrenzten Lernpfaden organisiert sind. Jeder Lernpfad orientiert sich an einer Teilmenge der Studiengangsziele und bündelt inhaltlich zusammenhängende Lehrveranstaltungen in einer Form, die für alle Studienvarianten gleich ist. Dadurch wird eine enge inhaltliche Verzahnung innerhalb eines Lernpfads ermöglicht: Grundlagen können im Curriculum konsequent in zeitlicher Nähe zu ihrer Anwendung positioniert werden.
In Analogie zur Modularisierung aus der Softwaretechnik strukturieren Lernpfade das Curriculum in klar definierte Teilbereiche mit eindeutigen Themen und definierten Schnittstellen. Alle Lernpfade folgen einer einheitlichen Struktur. Sie bestehen jeweils aus fünf Modulen, die sich über drei Semester verteilen: Zu Beginn stehen zwei Module, die fachliche Grundlagen aus komplementären Perspektiven legen. Es folgen zwei Module zur Vertiefung und Systematisierung der Inhalte. Den Abschluss bildet ein Capstone-Modul, das die Inhalte des Lernpfads in einer größeren, zusammenhängenden Aufgabenstellung integriert.
Die Capstone-Module verknüpfen zentrale Schlüsselkompetenzen wie Projektorganisation, Teamarbeit, Kommunikation und Dokumentation unmittelbar mit den Fachinhalten. Diese Kompetenzen werden nicht als separate Add-ons in eigenständigen Modulen behandelt, sondern innerhalb fachlicher Kontexte systematisch mitentwickelt. Die Lernpfadstruktur ist zudem so angelegt, dass Lernpfade flexibel im Studienverlauf angeordnet werden können. Dadurch lassen sich unterschiedliche Studienvarianten realisieren, ohne dass Lehrveranstaltungen gedoppelt werden müssen.
Zudem ermöglichen Wahlpflichtmodule eine individuelle Profilbildung. Sie vertiefen unter anderem Themen aus eingebetteten Systemen, Robotik, Cyber-Physical Systems, IT-Sicherheit, fortgeschrittener Programmierung, Informations- und Prozessmanagement sowie aktuellen Anwendungsfeldern der Informatik.
Projekt, Praxisphase und Abschluss (Studienphase C)
Das anwendungsbezogene Informatik-Projekt, Praxisphase und Bachelorarbeit führen die erworbenen Kompetenzen schließlich in größeren anwendungsbezogenen, berufspraktischen und eigenständigen Aufgaben zusammen.